Ich beobachte. Den Alltag, das Innere, die Zwischenräume, in denen sich die Dinge abspielen, bevor man sie benennen kann. Aus dieser Beobachtung entsteht meine Arbeit: nicht als Antwort, sondern als Frage, die ich in den Raum stelle. Ich möchte etwas auslösen. Ein Nachdenken. Ein Innehalten. Manchmal auch nur ein behagliches Gefühl, das einem sagt: ja, das kenne ich.
Meine Welt ist voll von Figuren, die am Rand stehen: Hexen, Monster, stille Wesen, Kinder, die noch wissen, was Erwachsene vergessen haben. Ich zeichne Sagen und Märchen nicht, weil sie weit weg sind, sondern weil sie nah sind, weil das Magische eine Sprache für das spricht, wofür uns sonst die Worte fehlen.
Der Prozess lebt vom Widerspruch. Da ist die Sanftheit: die Aquarellfarbe, die ins Papier sinkt, das leise Arbeiten. Und da ist das Genervt-Sein, die Reibung, die Energie. Beides bin ich, und beides braucht Platz.
Barbara Schwier kommt aus Österreich und lebt seit 2019 in der Schweiz. Sie studiert Art Education an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) – ein Studium, das ihre künstlerische Praxis mit einem tiefen Verständnis für Vermittlung und Wirkung verbindet.